Vermeiden

Lebensmittel­verschwendung vermeiden: Tipps für den Alltag

Sortiert nach den Situationen, in denen tatsächlich entschieden wird, ob Lebensmittel gegessen oder weggeworfen werden. Zu jedem Tipp steht, warum er wirkt.

Wo die größten Mengen liegen

In österreichischen Haushalten fallen pro Kopf 40 kg[1] vermeidbare Lebensmittelabfälle im Jahr an – Lebensmittel, die noch genussfähig waren. Am häufigsten trifft es Brot und Gebäck (28 %[2]) sowie Obst und Gemüse (27 %[2]).

Das ist eine gute Nachricht: Es geht nicht um Verzicht, sondern um sechs Stellen im Alltag, an denen kleine Änderungen viel bewirken. Genau danach ist diese Seite gegliedert.

Vor dem Einkauf

Der größte Teil der späteren Abfälle entscheidet sich, bevor man das Geschäft betritt.

Erst schauen, dann schreiben

Kühlschrank, Vorrat und Tiefkühler durchsehen und daraus die Einkaufsliste ableiten – nicht umgekehrt. Ein Foto vom offenen Kühlschrank genügt als Gedächtnisstütze im Geschäft.

Warum das wirkt: Doppelkäufe sind eine der häufigsten Ursachen für verdorbene Lebensmittel. Was man zu Hause hat, kauft man nicht noch einmal.

Drei Abendessen planen, nicht sieben

Plane drei bis vier Mahlzeiten konkret. Der Rest der Woche bleibt offen für Reste, Spontanes und Tage, an denen nicht gekocht wird.

Warum das wirkt: Vollständige Wochenpläne scheitern am echten Leben. Was für Tage gekauft wurde, an denen dann doch auswärts gegessen wird, verdirbt.

Portionsgrößen ehrlich einschätzen

Große Gebinde sind nur dann günstiger, wenn sie auch aufgebraucht werden. Bei Frischware in kleineren Mengen und dafür öfter einkaufen.

Warum das wirkt: Der Preisvorteil einer Großpackung ist aufgebraucht, sobald ein Drittel im Müll landet.

Beim Einkauf

Auf das Datum schauen – aber auf das richtige

Für die nächsten Tage ruhig Ware mit kurzem Restdatum nehmen, oft reduziert. Für den Vorrat Ware mit längerem Datum. Bei Faschiertem, Geflügel und Fisch aufs Verbrauchsdatum achten.

Warum das wirkt: Reduzierte Ware nahe am Mindesthaltbarkeitsdatum ist einwandfrei – sie wird nur seltener gekauft und daher besonders oft entsorgt.

Krumm gewachsenes Gemüse mitnehmen

Schief gewachsene Karotten, kleine Erdäpfel, fleckige Äpfel: geschmacklich gleichwertig, oft günstiger.

Warum das wirkt: Optische Normen sind ein Grund, warum Ware aussortiert wird, bevor sie überhaupt im Regal landet.

Kühlkette nicht unterbrechen

Gekühltes und Tiefgekühltes zuletzt einpacken, Kühltasche verwenden und nach dem Einkauf zügig heimbringen.

Warum das wirkt: Unterbrochene Kühlung verkürzt die Haltbarkeit erheblich – und macht die Sinnesprüfung später unzuverlässig.[3]

Zu Hause einräumen

Neues nach hinten, Älteres nach vorne

Beim Einräumen die vorhandene Ware nach vorne ziehen und Neues dahinter einordnen.

Warum das wirkt: Ohne diese Bewegung wandert Älteres nach hinten und wird vergessen. Das ist der klassische Weg in den Müll.

Jedes Lebensmittel an seinen Platz

Leicht Verderbliches in die kälteste Zone, Milchprodukte ins mittlere Fach, Obst und Gemüse getrennt voneinander.

Warum das wirkt: Falsch gelagert verliert Frischware einen großen Teil ihrer möglichen Haltbarkeit – und zwar in den ersten Tagen.

Angebrochenes beschriften

Öffnungsdatum mit Klebeband oder Stift auf die Packung schreiben.

Warum das wirkt: Nach dem Öffnen zählt nicht mehr das aufgedruckte Datum. Ohne Notiz bleibt nur Raten – und im Zweifel wird weggeworfen.

Den Überblick behalten

Ein Fach für „muss weg“

Eine Kiste oder ein Fach im Kühlschrank für alles, was als Nächstes drankommt. Wer kocht, schaut zuerst dorthin.

Warum das wirkt: Ein sichtbarer Platz ersetzt jede App. Was im Blickfeld steht, wird verbraucht.

Ein fixer Wochentermin

Einmal pro Woche fünf Minuten: durchsehen, nach vorne räumen, notieren, was diese Woche noch drankommen muss.

Warum das wirkt: Regelmäßigkeit schlägt guten Willen. Der Termin verhindert, dass Kontrolle nur dann stattfindet, wenn schon etwas riecht.

Durchsichtige Behälter verwenden

Reste in durchsichtige Gefäße füllen statt in undurchsichtige Dosen.

Warum das wirkt: Unsichtbare Reste werden vergessen. Sichtbare werden gegessen.

Reste sichern, bevor es eng wird

Rechtzeitig einfrieren

Was in den nächsten Tagen nicht mehr drankommt, wandert jetzt in den Tiefkühler – nicht erst, wenn das Datum fast erreicht ist.

Warum das wirkt: Tiefkühlen verlangsamt den Verderb sehr stark, macht aber nichts wieder gut. Eingefroren wird nur einwandfreie Ware.

Reste richtig abkühlen

Gekochtes in kleinere Portionen teilen, rasch abkühlen und dann kühl stellen. Vor dem Essen gründlich durcherhitzen, mindestens 65 °C.

Warum das wirkt: So empfiehlt es die AGES. Langsames Abkühlen bei Raumtemperatur ist die riskanteste Phase für gekochte Speisen.[3]

Der Restetag

Ein fixer Tag pro Woche, an dem nur verkocht wird, was da ist. Suppe, Auflauf, Frittata und Bratreis vertragen fast jede Kombination.

Warum das wirkt: Ein fester Tag verhindert, dass sich Reste so lange stapeln, bis sie niemand mehr essen will.

Vor dem Wegwerfen prüfen

Zuerst das Datum lesen

Steht „zu verbrauchen bis“ auf der Packung und ist es abgelaufen, wird entsorgt. Steht „mindestens haltbar bis“, geht die Prüfung weiter.

Warum das wirkt: Die beiden Angaben bedeuten Gegensätzliches: eine ist ein Qualitätsversprechen, die andere eine Sicherheitsgrenze.

Schauen, riechen – und erst dann kosten

Verpackung, Aussehen und Geruch entscheiden. Nur wenn alles unauffällig ist, eine kleine Menge probieren.

Warum das wirkt: Die AGES empfiehlt, mehrere Sinne einzusetzen. Bei Schimmel, aufgeblähter Verpackung oder unterbrochener Kühlkette wird nicht gekostet.[3]

Schimmel heißt entsorgen

Verschimmelte Lebensmittel vollständig wegwerfen. Nur bei Speck und Hartkäse, wo der Schimmel an der Oberfläche bleibt, empfiehlt die AGES „wenn überhaupt“ das Wegschneiden von mindestens 1–2 cm.

Warum das wirkt: Schimmelpilzgifte können sich im gesamten Lebensmittel verteilen, auch dort, wo nichts zu sehen ist.[3]

Sieben Tage, sieben kleine Schritte

Eine Woche lang je eine Sache. Die Liste lässt sich abhaken und ausdrucken – im Browser über „Drucken“, dann erscheint nur diese Checkliste.

7 Tage weniger wegwerfen

lebensmittelverschwendung.at – Informationsangebot der Byte Media GmbH

Quellen dieser Seite

Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden Veröffentlichungen. Jede Hochzahl im Text führt direkt zum passenden Eintrag.

  1. Österreichische Haushalte (Lebensmittelabfälle in Österreich). Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK). Referenzjahr 2022. Quelle aufrufen
  2. Lebensmittelverschwendung in Zahlen (Restmüllanalysen und Befragungen). Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Abfallwirtschaft. Presseaussendung vom 16.02.2021. Quelle aufrufen
  3. Sicher kochen: Lebensmittel sicher lagern, zubereiten und aufbewahren. Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). abgerufen am 11.09.2026. Quelle aufrufen

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